also konkret: „Raserei und Lärm auf der Unterhavel “, nämlich durch sogenannte Speedboote.

Oh jaa … – auch so ein Punkt!
Neben der unseligen Schwemme der höchst extrovertiertenParty-Flösse“.

Jedenfalls darum geht es in dem jüngsten Aufruf zur Unterschriftensammlung.

Die Wasserschutzpolizei ist derzeit offensichtlich materiell oder personell nicht in der Lage, das bereits seit längerer Zeit andauernde gesetzwidrige Fahren mit erheblich überhöhter Geschwindigkeit vor allem sogenannter Speedboote auf der Unterhavel zu unterbinden.
In der Folge leiden Anwohner, Spaziergänger und andere Wassersporttreibende zeitweise unter erheblichsten Lärmemissionen und hohem Wellenschlag.
Diese Rechtsbrüche müssen unverzüglich beendet werden! Telefonische Beschwerden werden in letzter Zeit nicht mehr entgegen genommen, schriftliche Eingaben leider ganz offensichtlich ignoriert.
Wir, die Bürger Gatows und Kladows, Anwohner und Erholungssuchende sind nicht länger gewillt, die andauernde – auch gesundheitliche – Beeinträchtigung unseres Lebens hinzunehmen!
Wir fordern deshalb von der Wasserschutzpolizei, diese Rechtsbrüche künftig mit Priorität zu bekämpfen! Von den politischen Verantwortungsträgern erwarten wir, dass die Berliner Wasserschutzpolizei hierzu umgehend personell und materiell in die Lage versetzt wird!

Bitte ausgefüllte Liste (Download) an:
Peter Trapp, Vorsitzender des Ausschusses für Inneres, Sicherheit und Ordnung, Brunsbütteler Damm 269, 13581 Berlin

UPDATE 1 9.11.20 Also, von uns und dem Nachbarverein wurden schon mal ca. 60 Unterschriften eingereicht.

UPDATE 2 10.12.20 Mehr als 1000 Unterschriften wurden gesammelt! (weiter Infos folgen)

UPDATE 3 06.1.21 Wie man ja inzwischen bereits der Presse entnehmen konnte, kam es zu einem Treffen von Zuständigen – hier ein Ausschnitt:

„Mit der Polizeipräsidentin und dem Innensenator haben wir über erste Maßnahmen gesprochen. Wir brauchen mehr Personal, Radargeräte und schnellere Polizeiboote zur Verfolgung.“ Aber: „Das kostet Geld, und Geld gibt es im Haushalt nur, wenn Politik und Polizei auch wissen, dass es ein Problem gibt.“ Seine Appell: „Deshalb sind Anzeigen der Bürger wichtig.“ Keiner will einen Friedhof auf der Havel, aber es muss ja nicht gleich eine wochenlange Kirmes sein. …
Und das sind 5 konkrete Ziele für 2021. 1.) Ein schnelleres Polizeiboot. 2.) Mehr Raserkontrollen, auch mit Videogeräten. 3.) Die Bezirke sollen mit ins Boot geholt werden, damit man gemeinsam gegen Krach und Raserei vorgehen kann („beispielsweise mit Messgeräten am Ufer“). 4.) Bürger sollen sich melden, um ein besseres Lagebild zu erhalten. 5.) Und das Lärmthema soll deutschlandweit auf die Agenda – beim Treffen aller Wasserschutzpolizeien im Februar 2021 in Bonn, wo rechtliche Änderungen auf Bundesebene angeregt werden. – Gut, wenn Bürgerinteressen so viel Gehör geschenkt wird, oder?

(Quelle: Spandau im Leute-Newsletter des Tagesspiegel vom 5.1.21)

Anti-Raserei Unterschriften Nachschub Und, überraschend (spät, aber i.d.S. nie zu spät 😉 sandte mir heute Herr/Frau B. M. aus Spandau (<- Dank & Gruß!) noch eine komplett ausgefüllte Unterschriftenliste, die ich umgehend an Herrn Trapp weiterleitete.

 

 

Zur Illustration des Problems hier ein zitierter Leserbrief aus dem Tagesspiegel/Spandau/

Tyrannen und Machos im Speedboot. „Vier Speedboote tyrannisieren mit ihren täglichen Runden mit ohrenbetäubendem Lärm die 20.000 Anwohner an der Unterhavel. Der Bezirk will Uferbereiche renaturieren, die dann durch Wellenschlag wieder zerstört werden. Keine Frachtkähne und „normale Motorboote“ verusachen einen solchen Lärm und Wellenschlag wie diese Speedboote. Ich bin selbst Segler und Kajakfahrer auf der Unterhavel und muss zusehen, wie durch den Wellenschlag bedingt Mastpitzen in unserem Hafen zusammenschlagen. Und ich muss aufpassen, bei hohen Wellen mit meinem Kajak nicht zu kentern. Für die Havel selbst fühlt sich der Bezirk nicht zuständig und verweist auf den Senat und die Wasserschutzämter. Für die untere Havel gilt von km 0 bis 17,7 eine Höchstgeschwindigkeit von 12 km/h. Bei Flußbreiten von mehr als 250 Metern und einem Uferabstand von über 100 Metern dürfen sie maximal 25 km/h fahren. Neulich fuhren zwei Superyachten mit 50 km/h ohne Rücksicht auf Verluste gen Pfaueninsel. Warum wird dies von der Wasserschutzpolizei nicht besser überwacht? Und zum Lärm: Die Rennbootpiloten tragen vermutlich Gehörschutz! Ich sehe nicht ein, warum sich in Zeiten des Klimawandels die Mehrzahl der Bevölkerung große Sorgen macht und ein paar Machos die Sau rauslassen dürfen.“

Interessanterweise konnte ich kürzlich und staunend eines dieser Auf.Speed.Boote erleben, das nach erst üblich lautstarkem Losfahren oder -brüllen mit einem plötzlichen Plopp seine Auspuffgeräusche auf ein enorm gedämpftes Niveau herunter schaltete – Aha! Wohl ähnlich wie bei manchen Autos mit eingebauten Klappen in der Abgasanlage, je nach Gusto zwischen laut & lästig und schnurrend umschaltbar?

Inzwischen ist die Witterung für diese Plagen glücklicherweise bald zu ungemütlich geworden, das Revier fast in Ruhe wieder zu genießen. Vielleicht zeitigen die Bemühungen aller Betroffenen ja in der nächsten Sommersaison Früchte?


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